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Im neuen Gebäude der Volksschule Wallern/OÖ werden durch die ARGE Burgstaller/Niel zwei Sonnenuhren errichtet:

  • Eine Gnomon/Nodus Sonnenuhr außen am Südwesteck
  • Eine Linsen-/Spiegel Sonnenuhr innen unter dem Glasdach in der Eingangshalle.

Die ARGE hat sich für dieses Bauwerk gebildet: Erwin Burgstaller ist Bildhauer und lebt in Gallspach. Er fertigt Skulpturen aus Stein, Metall, Holz und nimmt immer Bezug auf die endliche Beschaffenheit unserer Umgebung bzw. deren vermeintlichen Grenzen. "Vorsicht, wir leben auf einer Kugel" ist eines seiner durchgängigen Ideen. Kurt Niel ist Lehrender und lebt in Grieskirchen. Sein Gebiet ist die Messtechnik, Bildverarbeitung, Naturwissenschaft. Er beschäftigt sich damit mit Fragen der Erkenntnis von Zusammenhängen durch Beobachtung der Natur in Physik und Geist.

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Linsen-/Spiegel Sonnenuhr

Eine Linse knapp unterhalb der Glases der Dachlichte projiziert die Sonnenscheibe auf den Fußboden im Erdgeschoss. Ein gewöbter Spiegel lenkt dabei die schräg einfallenden Sonnenstrahlen in den Durchbruch des Obergeschosses. Am Boden befinden sich die Tages und Stundenlinien. Die Tageslinien zeigen die Bahnen der Sonnenscheibe am Boden jeweils zur Sommenrsonnenwende, der Tagundnachtgleiche sowie der Wintersonnenwende. Zu ganzen Stunden werden dabei die Stundenlinien überschritten.

Video der Fertigstellung Innenbereich

Soeben (1.5.2018) bin ich auf eine ähnliche Lösung gestoßen, die bereits 1764 im Stift Kremsmünster/OÖ beschrieben wurde. Hier wurde über eine "Mittagsloch im Turm" (Prinzip Lochkamera, noch ohne Linse) und einem Nord/Süd-Faden am Boden die jeweilige Mittagszeit erfasst. Siehe dazu das Objekt des Monats aus dem Museums der Sternwarte Kremsmünster. Weiters gibt es seit 1475 im Dom in Florenz eine Lochkamera mit etwa 100 m Brennweite (der Durchmesser der Sonnenscheibe am Boden ist etwa 1000 mm; diese wandert dabei mit 7 cm/sek). Etwas kleinere Lösungen sind in Bologna/San Petronio und in Rom/Santa Maria degli Angeli e dei Martiri.

 

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Gnomon/Nodus Sonnenuhr

Der Gnomon (Polstab) ist parallel zur Erdachse ausgerichtet und trägt auf der Spitze den Nodus. Gehalten wird dieser Stab durch einen Ring. Das Material ist Edelstahl. Am Boden ist ein Stundenziffernblatt; an der Wand sind drei Markierungen für die Schattenposition des Nodus bei Sommersonnenwende, Tagundnachtgleiche und Wintersonnenwende jeweils um 12 Uhr Mittag.

Video der Fertigstellung Außenbereich mit Schattengang

 

Errichtung und Ausführung

Drei Bilderserien auf Flickr zeigen:

   
© NIELtech

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